2024 - 118 Jahre Bergmannsverein Oer-Erkenschwick
Wir können nun auf über 118 Jahre Geschichte der zwei Bergmannsvereine,
die im Jahre 2008 zusammengeführt wurden, zurückblicken.
Die Chronik ist deshalb in drei Abschnitte unterteilt:
- Geschichte des "alten" BV Glück-Auf von seiner Gründung bis 2008
- Geschichte des BV Bergmannsglück von seiner Gründung bis 2008
- Gemeinsame Geschichte der zusammengeführten Vereine von 2008 bis heute
Bergmannsverein „Bergmannsglück“ e.V. Oer-Erkenschwick von 1956 bis 2008
Vorwort:
Diese Chronik des Bergmannsverein „Bergmannsglück“ e.V. Oer-Erkenschwick ist aus Protokollen, Belegen, Kassenbüchern und mündlichen Überlieferungen zusammen gestellt worden. Auf die einzelnen Vorstandsmitglieder ist wegen der Vielzahl und der öfteren Wechsel bewusst nicht eingegangen worden. Daher sind nur die zwei Hauptverantwortlichen aufgeführt.
Die Vereinsfarben sind : schwarz-gelb.
Am 19.März 1956 wurde der Bergmannsverein „Bergmannsglück“ Oer-Erkenschwick gegründet. Die Gründungsmitglieder kamen aus dem bereits seit 50 Jahren Bestehenden Verein „Glück-Auf“ und „Schlägel & Eisen“, der sich in 1956 mit „Glück-Auf“ zusammen tat. Die Gründung erfolgte mit 7 Mitgliedern in der Gaststätte Kutz an der Stimbergstraße. Zum 1.Vorsitzenden wurde Franz Klahsen gewählt. Schriftführer wurde Herbert Grabarcyk. Der Mitgliedsbeitrag betrug 1,24 DM der Kontostand wies 10,00 DM aus.
Bergmannsverein „Glück-Auf“ e.V. Oer-Erkenschwick von 1906 bis 2008
Die Gründung des Bergmannsverein „Glück-Auf“ Erkenschwick und Umgebung
Der deutsche Kaiser regierte in Berlin und die deutsche Kohle war der Motor für die Industrie. Bergwerke über Bergwerke entstanden in Deutschland. In Schlesien, im Saarland und im Ruhrgebiet förderten nicht nur deutsche Kumpel Steinkohle unter zum Teil erbärmlichen Umständen. Der Kaiser regierte mit eiserner Hand, die Sozialistengesetze hallten noch nach, die Bergleute gehörten noch den verschiedensten Gewerkschaften an. Die Sozialgesetzgebung stand erst am Anfang. Sozialdemokraten hatten noch einen sehr schweren Stand.
1899 begannen die Abteufarbeiten am Schacht 1 der Zeche Ewald-Fortsetzung. Die ersten Kohlen wurden 1903 gefördert. Erkenschwick zählte 460 Einwohner, Oer immerhin 2800 Einwohner, wovon 1275 im Dorf Oer wohnten. Im Jahr 1906 wurden cirka 50.000 t Kohle von knapp 600 Bergleuten gefördert. Genau zu diesem Zeitpunkt, genauer am 17.März 1906 gründeten die Bergleute: von Beinen, Siering, Große- Streuer, Retnitzek, Plapprot, Lohmüller, Demantin, German und Fillmann mit Unterstützung des Bergmannsverein aus Herne-Sodingen den Bergmannsverein „Glück-Auf“ e.V.
Nach langer Überprüfung der damaligen Obrigkeiten genehmigte letztendlich der Regierungspräsident in Münster am 31.Oktober 1907 die Satzung des Vereins, der unter dem Namen „Bergmanns-Unterstützungsverein Glück-Auf Erkenschwick und Umgebung“ in das Vereinsregister eingetragen wurde. Zweck des Vereins war: seinen erkrankten Mitgliedern eine Unterstützung und den Hinterbliebenen ein Sterbegeld zu gewähren. Jeder, der das 15. Lebensjahr erreicht und das 40. noch nicht überschritten hat und gesund ist, durfte Mitglied werden. Weiterhin heißt es in der Satzung: „Aufzunehmende dürfen weder krank noch mit einem Schaden, der öfter Erkrankung oder Arbeitsunfähigkeit befürchten lasse, noch mit einer die Lebensdauer nachteilig beeinflussenden Krankheit oder einem Schaden behaftet sein, der ein baldiges Ableben befürchten lasse“. 1908 wies der Verein 23 Mitglieder auf, im folgenden Jahr lediglich 22, und das bei 11 Neuaufnahmen und 12 Abgängen.

In 1957 wurden der 1.Vorsitzende Franz Klahsen und sein Schriftführer Herbert Grabarcyk in ihren Ämtern bestätigt. Mitgliederstand: 22 Kameraden, Kontostand 10,24 DM. Todesfälle: keine. Die Anschaffung der Vereinsfahne kostete 99,00 DM und 2 Tonnen Kohle. Dafür gab es dann noch einen Schonbezug und Trageriemen obendrauf.
1958 spendete die Firma Schmülling eine Versammlungstafel.
In 1959 gab es einen Wechsel des Vorsitzenden. Neuer 1.Vorsitzender ist Theo Tolksdorf, Schriftführer bleibt Grabarcyk. Mitgliederstand jetzt schon 78 Kameraden.
Bei den Vorstandswahlen 1961 wurde der Kamerad Lübbe zum 1.Vorsitzenden gewählt. Schriftführer bleibt Herbert Grabarcyk. Die Anschaffung einer Nikolaustracht kostet dem Verein 36,- DM, die einer Knecht-Ruprecht-Tracht 19,- DM.
In 1962 findet ein abermaliger Wechsel des Vorsitz statt. Neuer 1.Vorsitzender ist Franz Makowiak, sein Schriftführer bleibt Herbert Grabarcyk. Mitgliederstand ist mittlerweile auf 164 Kameraden angewachsen.
Am 14.September 1962 wurde der Verein in das Vereinsregister des Amtsgericht in Recklinghausen eingetragen. Der Name lautete von jetzt an: Bergmannsverein „Bergmannsglück“ e.V. Oer-Erkenschwick und Umgebung. Die Anschaffung einer Meterlatte kostete 50 Pfennig.
1963 wieder ein Wechsel im Vorsitz: Neue Vorsitzende sind für ein Jahr die Kameraden F. Makowiak und E. Wachsmuth. Erstmalig wird Herbert Grabarcyk zum Geschäftsführer gewählt.
1964 wird Helmut Gnass 1.Vorsitzender und Günter Andree wird Geschäftsführer. Mitgliederstand beträgt jetzt 260 Kameraden. Am 12.12.1964 übernahm der Bürgermeister Heinz Netta die Schirmherrschaft über den Verein. Im selben Jahr wurde eine Schreibmaschine für 130 DM und ein Vereinsstempel für 6,50 DM angeschafft.
1965 wurden Helmut Gnass und Günter Andree in ihren Ämtern bestätigt. Mitgliederstand: 301 Kameraden.
Die Schachtanlage befand sich nach kurzem Aufschwung in 1906 im Jahr 1908 bereits in einer Flaute. Der Absatzrückgang dauerte bis 1912. Selbstverständlich herrschte während dieser Jahre eine große Fluktuation unter der Belegschaft. Und wenn währenddessen neue Kräfte angelegt wurden, zumeist aus den deutschen Ostprovinzen oder aus tschechischen und slowenischen Gebieten von Österreich-Ungarn, dann dauerte es noch eine geraume Zeit, bevor sie sich in der Belegschaft und das örtliche Leben voll und ganz integrierten. Einem Verein wie „Glück-Auf“ standen sie darum vielfach lange fremd gegenüber.
Auch in den weiteren Jahren bis in den ersten Weltkrieg hinein vermehrte sich die Mitgliederzahl noch nicht wesentlich. Sie ging sogar 1915 bis auf 15 Mitglieder zurück. Wie der Verein überdies in der Kaiserzeit an die Kandare genommen wurde, geht daraus hervor, dass ihm grundsätzlich alljährlich nur eine sogenannte Lustbarkeit gestattet wurde. Die Mitglieder sollten nicht zu „unnötigen Ausgaben“ verleitet werden. Die Unterstützungskasse durfte nicht zu solchen Zwecken in Anspruch genommen werden. Andererseits waren ihre etwaigen Überschüsse aus geselligen Veranstaltungen zuzuleiten. Zusätzlich gefeiert werden durfte allerdings am Kaisergeburtstag. Als jedoch im Jahr 1911 des Kaisers Wiegenfest in geschlossener Gesellschaft gefeiert werden wollte, kam der behördliche Bescheid, der Kaisergeburtstag sei grundsätzlich öffentlich zu feiern.
1913 muss die Vereinstätigkeit ziemlich darniedergelegen haben, denn zu jenem Jahresschluß kam die amtliche Anfrage, ob der Verein noch bestehe. Dagegen heißt es in einem Versammlungsprotokoll vom 16.Februar 1913, dass 45 Neuaufnahmen zu verzeichnen seien.
Eine Mitgliederversammlung am 20.März 1916 konnte nur unter der Bedingung abgehalten werden, dass man nicht von der angegebenen Tagesordnung abwich und keine Angehörigen des feindlichen Auslandes, wie Russen, Belgier und andere teilnehmen ließ.
Im Herbst 1916 wurde die Genehmigung zu einer Mitgliederversammlung versagt, weil eine Ruhrepedemie ausgebrochen war und akute Ansteckungsgefahr bestand.
Im Verlauf des ersten Weltkriegs, als Millionen Soldaten an der Front starben und in der Heimat Hunger und Not herrschte, war ohnehin keine regere Vereinstätigkeit zu erwarten, ebenso wenig in den ersten Nachkriegsjahren, die durch Streiks, KappPutsch, Spartakus-Aufstand, Inflation mit Geldscheinen, deren Nennwert bis in die Billionen ging, und Ruhrbesatzung durch die Franzosen gekennzeichnet waren. Zuletzt war die Inflation derart galoppierend, dass die Frauen schon am Zechentor nach der Löhnung das Geld von den Männern entgegennahmen, um gleich in die nächste Bäckerei, Fleischerei und ins Lebensmittelgeschäft eilen zu können. Am nächsten Tag hätte man für das selbe Geld schon viel weniger Ware erhalten.
Erst nach der Geldstabilisierung, die Ende 1923 eingeleitet wurde und 1924 zum Abschluss kam, konnte sich wiederum einigermaßen normales Leben entfalten. Das galt auch für den Bergmannsverein „Glück-Auf“, der nunmehr besonders rührig wurde, zumal manche Fessel gefallen war, die in der Wilhelminischen Ära immer gehemmt hatte. Recht lebhaft wurde damals schon der Verkehr mit den Brudervereinen in näherer und weiterer Umgebung. Eine der auswärtigen Beteiligungen ergab sich bei einem Fest des Knappenvereins Marten. Es wurde beschlossen, künftig Versammlungen jeden Sonntag nach der Lohnzahlung abzuhalten.

In diesem Jahr wurden die Beitragsmarken eingeführt um die Abrechnungen zu vereinfachen.Im Juni wurden die Kameraden Helmut Gnass, Alfred Biedermann, Günter Andree und Günter Tollkamp vom Landesverband Nordrhein-Westfalen der Berg- & Knappenvereine in Essen für ihre Verdienste um Brauchtum und Tradition mit einer Kohleplakette ausgezeichnet. Ebenfalls im Juni fand ein großes Kinderfest im und um das Vereinslokal Kutz mit großem Erfolg statt.
1966 beträgt der Mitgliederstand nun 331 Kameraden.
Am 20.Februar feiert der Bergmannsverein im Vereinslokal Kutz Karneval. Der Kamerad Erich Wachsmuth wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Am 30.April 1966 feiert „Bergmannsglück“ sein 10jähriges Bestehen. Ein stetiger Anstieg der Mitgliederzahlen ist Ausdruck der hohen Akzeptanz des Vereins in OerErkenschwick. Zahlreiche Brudervereine gratulieren zum Jubiläum, darunter auch der hiesige Bergmannsverein „Glück-Auf“ Oer-Erkenschwick. Am 2.Juli nimmt „Bergmannsglück“ mit großer Abordnung an den Feierlichkeiten zum 60jährigen Jubiläum des Brudervereins „Glück-Auf“ teil. Bei einem Festumzug durch Oer-Erkenschwick findet eine große Heerschau der Bergmannsvereine aus allen Bezirken des Ruhrgebietes statt.
1967 übernimmt Günter Dziellak den Vereinsvorsitz und gibt ihn erst 10 Jahre später wieder ab. Damit tritt erstmals Kontinuität im Vorstand ein. Der Name: Günter Andree wird zur Selbstverständlichkeit in der Geschäftführung. In 1967 werden neue Mitgliedsbücher ausgegeben. Am 2.Mai wird ein Fahnenschrank im Wert von 100 DM angeschafft. Am 1.Juli findet ein erster Kontakt mit dem Bruderverein Coesfeld-Lette statt. Ein Gastgeschenk im Wert von 20,80 DM wird übergeben.
1969 werden 6 Regenmäntel im Wert von 60 DM angeschafft. Das Vereinslokal wird gewechselt. Anstatt nach Kutz geht es in Zukunft zum Flögelshof. Erstmals findet die Weihnachtsfeier im AWO-Heim statt.
1971 beträgt der Mitgliederstand 352 Kameraden und der Kontostand stolze 17.766 DM. Am 5.Oktober werden 4 Benzinlampen mit Gravur angeschafft. Preis: 420 DM. Am 30.Oktober gratulieren die Kameraden von „Bergmannsglück“ dem Bruderverein „Glück-Auf“ zum 65jährigen Bestehen und betonen die gute Freundschaft untereinander.
1972 ist unter den Sterbefällen auch der Tod des Ehrenvorsitzenden Erich Wachsmuth zu beklagen, der am 2.Oktober beerdigt wurde. Am 21. Oktober findet unter der Regie von „Bergmannsglück“ in der Stadthalle in Oer-Erkenschwick das Herbstfest der Knappen statt. Ein Stelldichein der Bergmannsvereine aus Coesfeld-Lette, Haltern, Marl, Datteln, Hervest-Dorsten und natürlich des heimischen Bergmannsverein „Glück-Auf“ sorgten für eine wunderbare Veranstaltung.
Am 7.2.74 findet die erste Karnevalsfeier beim Bruderverein „Knappenkameradschaft“ Coesfeld-Lette statt. Bei der Mitgliederversammlung wird Günter Andree für seine bereits 10jährige Amtszeit als Geschäftsführer vom 1.Vorsitzenden Günter Dziellak ausgezeichnet. Am 26.10.74 besuchte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Herr Heinz Kühn, Oer-Erkenschwick. Dabei nahm er auch Kontakt zu den Vorständen der heimischen Bergmannsvereine auf.
1975 wird der Bürgermeister Heinz Netta am 12.12. für seine 10jährige Tätigkeit als Schirmherr geehrt. Der Mitgliederstand beträgt 396 Kameraden.
Am 5.Juni 1976 nahmen wir mit großer Abordnung an der 70 Jahrfeier des Bergmannsverein „Glück-Auf“ teil.
Am 8.Juli 1977 übernahm Hermann Stewen das Amt des 1.Vorsitzenden von Günter Dziellak, der den Verein seit 1967 erfolgreich führte. Günter Andree bleibt weiterhin Geschäftsführer. Bei einem Kameradschaftsabend in der Stadionklause feiern 160 Teilnehmer in geschlossener Veranstaltung bei Musik und Tanz.
Am 1.April 1978 finden Filmaufnahmen mit unserem Beerdigungskommando an der Pappelallee, Schacht 4, Richtung Dillenburg durch ein Filmteam des WDR statt. Der Film spielt in der N.S. Zeit und spiegelt eine Familiengeschichte wieder. Der Filmtitel: „Im Pott“. Bei den Vorstandswahlen im Januar werden neben Stewen und Andree auch Horst Streiber als 2.Vorsitzender, sowie J. Maßmann als Schriftführer gewählt. Am Pfingstsamstag werden 45 Witwen mit einem Blumengebinde geehrt.
1981 ist das Jahr unseres 25jährigen Bestehens. Und das wurde auch ausgiebig am 11.10. im AWO-Heim gefeiert.
Bedrückend, dass in manchen Versammlungen der folgenden Zeit größerer Grubenkatastrophen gedacht werden musste, so jener auf den Zechen „Minister Stein“, „Dorstfeld“ und so fort.
Vom 27. bis 29.Juni 1925 feierte der Verein ganz großzügig eine Fahnenweihe. Am ersten Tag organisierte man einen Fackelzug mit Trommelkorps, Blumenmädchen und Ehrendamen. An allen Straßen, die passiert wurden, war die Bevölkerung begeistert. Am nächsten Tag war im Saale Welter, wo jetzt das Woolworth-Kaufhaus steht, eine große Fahnenweihe unter Teilnahme von mehr als einem halben Dutzend Vereinen von auswärts. Vor Ort selbst beteiligte sich sogar der Ziegenzuchtverein. Bemerkenswert, dass bei der Weihnachtsfeier 1925 jedes Mitglied 3 Meter Kleiderstoff erhielt.
Nach Gründung der Gemeinde Oer-Erkenschwick im Jahr 1926 erfolgte eine entsprechende Umbenennung des Vereins.
Die Belegschaftsstärke der hiesigen Schachtanlage Ewald-Fortsetzung betrug nun bereits knapp 4000 Mitarbeiter. Die tägliche Förderung betrug mehr als 3300 t bei einer Leistung von knapp 800 kg/MS.
In den weiteren Jahren beteiligte sich der Verein auswärts nicht nur an den Veranstaltungen von Bergmanns- und Knappenvereinen, sondern auch beim Ost- und Westpreußenverein Recklinghausen, bei Kriegsbeschädigtentreffen und anderswo. Kinderbescherungen zu Weihnachten wurden nach der Inflation wieder intensiv gestaltet. Mit der Krankenunterstützung allerdings haperte es zunächst, weil der Kassenbestand dafür noch nicht wieder ausreichte. In manchen Versammlungen wurden von den Kameraden Unterstützungsanträge gestellt, über die man zumeist gleich entschied.
1927 wurde es zur Pflicht gemacht, zu Versammlungen mit der Uniformmütze zu erscheinen. Andernfalls war Strafe zu zahlen. Man verpflichtete einen Musikverein, der bei allen den Verein angehenden Beerdigungen im Verlauf eines Jahres für eine Pauschalsumme zu spielen hatte. Sollte die Mitgliederzahl auf über 100 ansteigen, war eine Erhöhung der Pauschale vorgesehen.
Mit Einladungen zu Stiftungsfesten und Fahnenweihen wurde der Verein in den Jahren bis zur großen Krise und der schließlichen Stilllegung der Zeche „Ewald-Fortsetzung“ förmlich überschüttet. Unmöglich, allen diesen Einladungen nachzukommen. Man musste schon auswählen, vor allem dann, als die Zeiten wieder schlechter wurden und die Kosten für weitere Anfahrten nicht mehr aufzubringen waren.
Teils ärgerlich, teils erheiternd war es, als 1928 bei der geplanten Fahrt nach Bochum-Gerthe das bestellte Auto nicht kam und alle Teilnehmer sich notgedrungen aufs Fahrrad schwingen mussten, um trotz des Ausfalls rechtzeitig in Gerthe sein zu können. Bei auswärtigen Fahnenweihen wurde durchweg der obligatorische Fahnennagel gestiftet. Die Verbindung mit dem Bergmannsverein Herne-Sodingen von 1885 blieb aber trotz aller Wechselfälle über Jahrzehnte hinweg herzlich. Sie brach nur in der Zeit der Bundesrepublik vorübergehend ab.
Zum Stiftungsfest 1928 lag der Verein besonders gut im Aufwind, denn im gleichen Jahre feierte „Ewald-Fortsetzung“ das 50jährige Bestehen der Kohlenförderung des Ewald-Kohle Konzern. Gewiss wird gerade das den Vorstand ermuntert haben, an die Hauptverwaltung der Bergwerksgesellschaft in Herten mit der Bitte um eine Beihilfe zur Beschaffung von Uniformen heranzutreten.
„Glück-Auf“ Oer-Erkenschwick gehörte zu den ersten Bergmannvereinen, die sich dem Rheinisch-Westfälischen Knappenbund mit Sitz in Dortmund anschlossen. Bei über 40 Mitgliedsvereinen wurde er unter Nummer 12 registriert. Dem Knappenbund gehörten 1930 insgesamt 43 Vereine mit 3144 Mitgliedern an. 1929 beteiligte sich der heimische Verein am Bundesfest in Dortmund. Die Abordnung wich aber von dort zu vertrauten Freunden in Waltrop aus, weil sie sich in dem Gedränge, das im damaligen Fredenbaumpark herrschte, nicht wohl fühlte.

Die Festansprache hielt der Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Heinz Netta vor vollem Saal. Der Bürgermeister der Oer-Erkenschwicker Partnerstadt Halluin, Leveugle, der ebenfalls an den Feierlichkeiten teilnahm, bedankte sich in einem offenen Brief ausdrücklich für die Ehre, an diesem Fest teilgenommen zu haben. Zum ersten Mal findet die Wahl eines Vereinsprinzenpaares zur Karnevalssession statt. Gisela Roche und Dieter Tollkamp gaben sich mit dem Stadtprinzenpaar in der Stadthalle zur Festsitzung die Ehre. Die Anschaffung von 3 Schachthüten kostet uns 786,55 DM, ein Pokalschrank kostet: 147,66 DM und der Ankauf von 5 Silberkordeln: 80 DM
In 1982 beträgt die Mitgliederstärke bereits 458 Kameraden und der Kontostand 36.040 DM.
Am 10.Juni 1983 nimmt eine große Abordnung an den Feierlichkeiten zur Schachteinweihung des Schacht „An der Haard 1“ des Bergwerk Haard teil. Überschattet wird das freudige Ereignis jedoch durch die Stilllegungspläne für die Kokerei Ewald-Fortsetzung. Für deren Erhalt demonstrieren die Kollegen der Kokerei in der Haard. Am 18.April wird auf Wunsch des Kreisrechnungsamt unsere Sterbebeihilfe in einen Spendenverein umgewandelt. Dieser wird dann von der Bezirksregierung in Münster geprüft werden. Dazu ist in Absprache mit dem Regierungspräsidenten in Münster, Herrn Dr. Meyer zu Lösebeck die Satzung zum 3. November geändert worden.
Am 1. Januar 1984 tritt der neue Spendenverein in Kraft. Beim Notar Reichel werden folgende Kameraden als Vertreter des Vereins eingetragen: Hermann Stewen, Günter Andree, Dieter Roche, Werner Lebrecht, Horst Streiber, Karl Rüde und Werner Stasinski. Ins Vereinsregister werden am 10. Mai zusätzlich folgende Kameraden: Günter Dziellak, Werner Oblak, Martin Rüde und Kurt Wesselbaum. Am 21.10.1984 wird der Bürgermeister Heinz Netta MdL für seine Verdienste in seiner 20jährigen Amtszeit als Schirmherr geehrt. Ebenfalls wurden Günter Andree und Karl Rüde für 20jährige Vorstandsarbeit geehrt.
1985 beträgt die Mitgliederzahl bereits 449 Kameraden. Das Sterbegeld wurde schon 1983 auf 300 DM festgesetzt. Durch einen verheerenden Brand in unserer Vereinsgaststätte Stadionklause wurde unser Pokal und Fahnenschrank total zerstört. Glücklicherweise ist die Fahne nicht zerstört.
1986, im Jahr des 30jährigen Bestehens wird Günter Dziellak an seinem 65.Geburtstag zum Ehrenvorsitzenden des Vereins berufen. Anlässlich der 60 Jahrfeier der Stadt Oer-Erkenschwick beteiligen wir uns mit vielen anderen Vereinen an einem Sternmarsch zum Stimbergstadion. Bei der Karnevalsfeier am 8.Februar wird Ursula Nilius und Friedhelm Korat das neue Prinzenpaar. Bei den Vorstandswahlen am 18. Januar gab es keine Überraschungen. Horst Streiber wurde ebenso in seinem Amt als 2. Vorsitzender bestätigt, wie Werner Lebrecht als Hauptkassierer und Wolfgang Nilius und Kurt Wesselbaum als Beisitzer. Neuer Beisitzer ist nun auch Peter Dirsen. Peter Herrnberger und Irmgard Stasinski bleiben Kassenprüfer, neu hinzu gewählt wurde Lore Gosciek. Ernst Saland, Betriebsratsvorsitzender der Schachtanlage Ewald-Fortsetzung und SPD Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt übergab am 12.12.1987 eine komplette Bergmannstracht an den Bergmannsverein „Bergmannsglück“ als Spende.
1989 wird ein neuer Vitrinenschrank im Wert von 100 DM angeschafft und im Vereinslokal Stadionklause aufgestellt.
1990 erhält der Verein 400 DM als Zuschuss für die Anschaffung von Tschako´s vom Rat der Stadt Oer-Erkenschwick auf Initiative von Ernst Saland, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der SPD und Manfred Borowski, ebenfalls Fraktionsvorsitzender, allerdings der CDU. 3 Schachthüte im Wert von 780 DM werden angeschafft.
1991 wird der 2.Vorsitzende, Horst Streiber, am 5. Januar zunächst aus dem Vorstand und am 3.Oktober aus dem Bergmannsverein “Bergmannsglück“ ausgeschlossen. Der ehemalige 2.Vorsitzende hat ohne ersichtlichen Grund den Vorstand in infamer Weise beleidigt. Hierzu liegen die Gerichtsakten vom 25.9.1991 am Landgericht in Bochum. 1991 wird Wolfgang Nilius 2.Vorsitzender neben Herrmann Stewen als Chef und Günter Andree als Geschäftsführer. Schriftführer ist Dieter Roche. Beisitzer sind : Karl Rüde, Werner Stasinski, Jochim Bultmann, Georg Feiertag, Thomas Lippert, Klaus Terheyden und Werner Dietrich. Es wird geprüft, ob es möglich ist, für den Kinderausflug einen Nichtraucherbus zu bekommen. Am 1. Juni beteiligen wir uns an der 85 Jahrfeier des Brudervereins „Glück-Auf“ Oer-Erkenschwick mit einer großen Abordnung, u.a. auch beim Festumzug durch die Stadt.
Am 29. Februar 1992 feierten wir gemeinsam mit dem Karnevalsverein „Blau-Weiß“ am Stimberg in ausverkaufter Stadthalle Karneval.
1993 löst Wolfgang Nilius Hermann Stewen als 1.Vositzender ab. Stewen hatte das Amt 25 Jahre inne. Ebenfalls abgelöst wurde nach nunmehr 28 Jahren im Amt des Geschäftsführers, Günter Andree. Neuer Geschäftsführer ist nun Georg Feiertag. Neuer 2. Vorsitzender ist Werner Lebrecht, bisher Hauptkassierer. Neuer Hauptkassierer ist ab sofort Markus Pliska. Die ausgeschiedenen Stewen und Andree bekamen einen Ehrenteller vom neuen 1. Vorsitzenden Wolfgang Nilius überreicht.
1994 bekam der Verein eine Spende von 1000 DM von der Ratsfraktion der SPD. Der Fraktionsvorsitzende Saland übergab die Spende im Beisein des Schirmherrn Karl-Heinz Rusche im IGBE Jugendheim.
1996 feiern wir unser 40jähriges Bestehen im IGBE Jugendheim. Zu den Gratulanten gehören u.a. der P&S Direktor Manfred Köppler, sowie der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Grewe des Verbundbergwerks Blumenthal/HAARD, als auch Vertreter des DGB Ortskartells, der 4 IGBE Arbeiter Ortsgruppen und selbstverständlich der Bergmannsverein „Glück-Auf“ OerErkenschwick. “Bergmannglück“ hat nun bereits 455 Mitglieder.
1997 übergab der neue Schirmherr Karl-Heinz Rusche Geld für „15“ neue Trachten an den Vorstand, der sich riesig über diese enorme Spende freute. Bei der Vorstandswahl am 6. Januar 1999 wurden Mike Jetten und Andreas Möller neu in den Vorstand als Beisitzer gewählt. 1. Vorsitzender bleibt weiterhin Wolfgang Nilius, Geschäftsführer bleibt Markus Pliska.
Bei den Vorstandswahlen im Jahr 2000 wurde Werner Lebrecht als 2. Vorsitzender bestätigt. Auch die Beisitzer Michael Roche, Lothar Briks, Hermann Stewen und Günter Andree wurden in ihren Ämtern bestätigt. Erstmals wurde Björn Nilius in den Vorstand als Beisitzer gewählt. Da es mit dem Bergbau immer weiter bergab geht, schwinden auch die Mitgliederzahlen. Im Jahr 2000 sind noch 399 Mitglieder zu verzeichnen. Auch unser Bruderverein „Glück-Auf“ hat mit einem Mitgliederrückgang im Zuge des Bergbausterbens zu kämpfen. Deshalb engagieren sich ab 2001 beide Bergmannsvereine vermehrt gemeinsam und richten diverse Veranstaltungen auch gemeinsam aus. Dazu gehören der Muttertag, ab 2002 auch der Hausfrauen Nachmittag und die gemeinsame Weihnachtsfeier.
2003 richten beide Oer-Erkenschwicker Bergmannsvereine erstmals eine gemeinsame Jubilarfeier aus.
In 2006 wird noch einmal richtig gefeiert. 50 Jahre alt ist “Bergmannsglück“. Gefeiert wird im Sommer. Dann übrigens gemeinsam mit “Glück-Auf“, der seinen 100sten Geburtstag feiert.
Bei den Vorstandswahlen in 2006 wird Wolfgang Nilius abermals als 1. Vorsitzender bestätigt. Werner Lebrecht bleibt 2. Vorsitzender. Hauptkassierer ist Michael Roche und Schriftführer Andreas Möller.
Je mehr daraufhin die Wirtschaft in Bedrängnis geriet, desto spärlicher wurde das Interesse am Vereinsleben. Zu den Versammlungen in den Jahren 1930/1931 kamen kaum noch mehr als 11-22 Mitglieder. Erstaunlich daher, dass man 1930 trotz alledem noch einen Kassenüberschuss verbuchte. Dabei wurde mit Invaliden großzügig verfahren. Ihnen wurde, wenn deren Rente nicht hoch genug war, verbilligte Aufnahme und ein geringerer Monatsbetrag gewährt. Ganz katastrophal wurde es nach völliger Stilllegung der Zeche „Ewald-Fortsetzung“ im Jahre 1931; ein Unglück, das mit einem Schlage 13.000 Einwohner der Gemeinde Oer-Erkenschwick zu Wohlfahrtsempfängern machte. Im Jahr danach richtete der Verein einen Aufruf an die Bevölkerung mit dem Hinweis, dass er auch weiterhin seinen hilfsbedürftigen Mitgliedern beistehen wolle und darum beabsichtige, eine Weihnachtsbescherung für sie abzuhalten. Aus eigenen Mitteln könne dies aber nicht geschehen, so dass man schon die Hilfe anderer Volksschichten benötige. Es wurde an die Gebefreudigkeit der Spender appelliert mit der Bitte, diesmal nur Getreide und Kartoffeln zu stiften. So genügsam war man damals bereits geworden. Im Kontrast dazu war zwei Jahre vorher beschlossen worden, dass der Vorstand bei Beerdigungen nur im Gehrock und Zylinder zu gehen habe.
Nach Hitlers Machtübernahme änderte sich für den Bergmannsverein „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick im Gegensatz zu manchen anderen Organisationen nicht viel. Der Verein war immer politisch und konfessionell neutral gewesen. Deshalb wurde er auch nicht gleichgeschaltet, indem ein Vertrauensmann der NSDAP den Vereinvorsitz zu übernehmen hatte. Der Verein wurde allerdings auch nicht gefördert, sondern eben nur geduldet. Wie beengt man dabei war, geht beispielsweise aus einem Bittschreiben hervor, das am 28. November 1939 an die Werksdirektion der Bergbau-Gesellschaft „Ewald" in Herten geschickt wurde. Darin wird um Unterstützung für die geplante Weihnachtsfeier gebeten und darauf verwiesen, dass dem Verein nunmehr untersagt sei, bei Geschäftsleuten und anderen Bürgern Spenden zu sammeln. Zugleich wurde erwähnt, dass der Verein nur noch 36 Vollmitglieder und neun Witwen zähle, andererseits aber 192 Kinder zu Weihnachten mit einer Bescherung erfreuen möchte.
In einer Einladung zum Gründungsfest im Jahre 1935 wird erwähnt, dass der Verein schon etliche Jahre kein Fest mehr begangen habe und deshalb besonders zahlreiche Beteiligung erhoffe. Ansonsten wurde tapfer weitergearbeitet, wie zwei Protokolle von 1938 und 1939 erweisen, in denen jeweils von Stiftungsfesten und sonstigen Vereinsangelegenheiten die Rede ist. Dann kam der Krieg und das bedeutete für „Glück-Auf" fast ein Jahrzehnt ziemlicher Ruhe. Erst Anfang 1948 lebte der Verein erneut auf. Der Kassenbestand betrug damals 3445 Reichsmark und schmolz bei der nachfolgenden Währungsreform, wie alle anderen Guthaben, auf ein Zehntel des Nennwerts zusammen, also auf 344 DM. Der Schriftführer erklärte, dass alle Vereine durch die Folgen des Krieges und die Maßnahmen der englischen Militärverwaltung darniederlägen. Aber der 1. Vorsitzende Georg Siering habe den Kopf nicht sinken lassen, er habe geschrieben und geschrieben, bis er schließlich doch die Genehmigung für ein Wiederaufleben des Vereins erhielt. Der Währungsschnitt machte den Verein arm wie eine Kirchenmaus. Doch beim 42. Stiftungsfest im gleichen Jahre buchte man schon einen kleinen Überschuss von 174,92 DM.
„Glück-Auf" Oer-Erkenschwick hatte 1936 einen Bestand von 106 Mitgliedern gehabt. Innerhalb der ersten 30 Jahre des Bestehens waren 3 072 Personen Mitglieder geworden, die meisten waren aber wieder ausgetreten oder verstorben. Nach dem zweiten Weltkrieg jedoch ging es in einer Form aufwärts wie noch nie. Viel mag dazu beigetragen haben, dass die Zeche „Ewald-Fortsetzung" kräftig wuchs. Hatte die Schachtanlage 1906 lediglich 615 Mann Belegschaft gehabt, so waren es 1914 bereits 2 463 und 1930 sogar bis auf 3 345. Nach dem zweiten Weltkrieg allerdings kam bis 1950 eine Höchstzahl von 4 460 Mann zustande. Bei solchem Belegschaftszuwachs vermochte auch der Bergmannsverein „Glück-Auf" seine Mitgliederzahl zu steigern. Es dauerte aber trotz alledem etliche Jahre, ehe sich der Bestand von 100 auf 200 Mitglieder vermehrte, um dann proportional viel schneller zu wachsen. Man versuchte zunächst, das Vereinsleben nach bewährter Tradition fortzuführen: Alljährliches Stiftungsfest, Weihnachtsfeier, Fastnachtsveranstaltung, Verkehr mit den auswärtigen Brudervereinen usw.
Die Teilnahme an auswärtigen Veranstaltungen war in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg schwieriger denn je. Weite Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, hauptsächlich Straßenbahnen, dauerten in der ersten Wiederaufbauzeit unzumutbar lange. Private Reisebusse und dergleichen gab es vorerst kaum. Verständlich daher schon, dass der Bergmannsverein im Jahre 1951, als in Sodingen ein größeres Knappentreffen stattfand, die Verwaltung der Zeche „EwaldFortsetzung" ersuchte, schlicht und einfach einen Lastwagen zur Verfügung zu stellen, der vor allem für den Transport der älteren Berginvaliden gedacht war.
Im Jahr danach fand ein großes Zeltfest statt, ein sichtbares Zeichen für den Aufschwung in der jungen Bundesrepublik Deutschland. Allerdings hatte der 1. Vorsitzende Georg Siering damals viel Scherereien, und zwar mit der „Gema", einer Organisation, die Rechte von Komponisten und Musikproduzenten wahrzunehmen hat. Der Verein hatte bereits einen Jahresbeitrag an die „Gema" geleistet, sozusagen eine Pauschale, die jedoch, wie in einem Schreiben des Regierungspräsidenten dargelegt wurde, nur für zwei kleinere Veranstaltungen bei je 100 qm Zeltfläche gedacht war. Nunmehr aber hatte der Verein ein 1 000-qm-Zelt aufstellen lassen, und das brachte die „Gema" in Harnisch. Sie verlangte dafür eine Zahlung von 536,51 DM.
Mit Rücksicht auf den sozialen Zweck des Vereins bat der Regierungspräsident die „Gema", einen Teil des Betrages zu erlassen und für den Rest Stundung zu gewähren. Die „Gema" setzte daraufhin ihre Forderung auf 100,- DM herab und bewilligte Ratenzahlung.
An Stelle von Georg Siering, der fast ein halbes Menschenalter den Verein geleitet hatte, trat im Jahre 1956 als Nachfolger Franz Lang, der einen Verein mit 237 Mitgliedern übernahm. Georg Siering war aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten und starb auch schon im Jahre seines Rücktritts. Franz Lang, sein Nachfolger, war vorher viele Jahre 1. Vorsitzender des Reichsbundes der Kriegs- und Zivilbeschädigten gewesen, wobei er große organisatorische Erfahrung und Gefühl für soziale Belange gewonnen hatte. Später wurde er überdies Betriebsrat auf der Zeche „Ewald-Fortsetzung" und Mitglied der Stadtvertretung Oer-Erkenschwick. Verständlich daher, dass er im Bergmannsverein „Glück-Auf" nach Übernahme des Vorsitzes die soziale Zielsetzung sehr vertiefte und dem Verein allgemein eine größere Resonanz verschaffte.
Zunächst gab es einen Abschnitt harter Arbeit. Der Verein war, bedingt durch die Krankheit von Georg Siering, etwas vernachlässigt worden. Es musste überdies eine Abspaltung bewältigt werden, weil sich etliche Mitglieder nicht mit der dynamischen Zukunftsvorstellung Franz Langs einverstanden zu erklären vermochten. Trotz dieses Ausfalls wuchs der Verein noch im gleichen Jahre auf über 300 Mitglieder an und weiterhin kamen noch mehr als 500 hinzu, so dass „Glück-Auf" schließlich mit 860 Mitgliedern der größte Bergmannsverein in der Bundesrepublik wurde.
Während ein kleiner Teil der Mitglieder abging, schloss sich ein anderer Bergmannsverein, nämlich „Schlägel und Eisen", voll und ganz „Glück-Auf" an. Der Verein „Schlägel und Eisen" hatte sein Schwergewicht vornehmlich im Ortsteil Oer gehabt. Dessen Mitgliederbestand hatte sich aber im Laufe der Zeit derart vermindert, dass ein weiteres Vereinsleben schwierig wurde. So fasste man den Entschluss, sich vollständig bei dem stärkeren Verein „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick einzugliedern und ihm dabei auch die eigene Traditionsfahne zu übereignen. Seitdem marschiert „Glück-Auf“ zumeist mit zwei Fahnen auf, der eigenen und jener von ,,Schlägel und Eisen".
Neben den Verbindungen zu den Brudervereinen ringsum, die mehr als zuvor gepflegt wurden, entstanden Kontakte auch zu anderen Gruppen, vornehmlich am Ort. So wurde es üblich, dass alljährlich eine Abordnung von „Glück-Auf" an der Barbarafeier der KAB Christus-König in Klein-Erkenschwick teilnimmt. Im jetzigen Jubeljahr geschieht das schon zum 60. Male.
Bemerkenswert, daß die wichtigsten Mitglieder des Vorstandes über Jahrzehnte hinweg im Amt geblieben sind. Echte Lücken haben meist nur schwere Krankheit oder gar der Tod gerissen. Am Gesamtvolumen des jeweiligen Haushaltsplans lässt sich ermessen, wie die Aufgaben gewachsen sind und wie das Wachstum des Mitgliederbestandes Einnahmen und Ausgaben steigerte. Gab es 1959 einen Haushaltsplan mit Einnahmen und Ausgaben von je 11.144 DM, so war der Voranschlag für 1967 mit 17.705 DM Einnahmen und nur 10.900 DM Ausgaben kalkuliert. Es blieb ein Fonds für künftige Aufgaben einschließlich Betriebsmittel in Höhe von 6 805 DM zum nächsten Jahresansatz zur Verfügung. Schon 1962 war ein Gesamtvermögen von rund 18.500 DM zu verzeichnen gewesen.
Die vereinsinterne Barbarafeier wurde meist mit einer Jubilarfeier verbunden, an der die Frauen der Jubilare ebenfalls teilnahmen. Gäste aus dem Kreise der Werksdirektion und des Betriebsrates von „Ewald-Fortsetzung' waren durchweg zugegen, was den fortlaufend guten Kontakt des Vereins zur heimischen Schachtanlage dokumentiert. Während anfangs die Veranstaltungen im Saal des Vereinshauses Löw stattfanden, der nur ein begrenztes Fassungsvermögen hat, konnte nach dem Bau der Stadthalle in Oer-Erkenschwick diese Stätte für größere Feiern und Veranstaltungen dienen. Denkwürdig dabei vor allem der 15. Oktober 1966, als auf Einladung des Bergmannsvereins „Glück-Auf" das Orchester Ruhrbergbau und der Bundesspielmannszug mit über 100 Musikern in der neuen Stadthalle gastierten.
In der neugefassten Vereinssatzung steht unter § 1 nunmehr als Zielsetzung: „Der Verein hat die Aufgabe, Geselligkeit zu pflegen und die Jugend durch belehrende Vorträge zu tüchtigen Bergleuten heranzuziehen und zu bilden". Wesentlich ist es ferner, in Not geratenen Mitgliedern zu helfen.
Diese Verpflichtung wurde vollauf beherzigt. Das entspricht einer weiteren Aussage der Satzung, in der hervorgehoben wird, daß der Verein eine rein kameradschaftliche Vereinigung von Bergleuten der Stadt Oer-Erkenschwick und Umgebung sei, die den Zweck verfolge, die gegenseitige, nachbarliche und kameradschaftliche Hilfe unter den ihm angehörenden Mitgliedern zu fördern, gemeinnützige soziale Interessen zu sichern und gegebenenfalls kostenlos zu vertreten. Im Rahmen der neugewählten Vereinsleitung wurde durch die Erweiterung des Vorstandes um eine größere Anzahl von Beisitzern die Arbeit auf eine breitere Basis gestellt, verbunden mit einer zeitgemäßen Ausdehnung des Aufgabenkreises. Es wurde üblich, jeweils in der Generalversammlung einen festen Haushaltsplan aufzustellen, in dem vornehmlich die Ausgaben für soziale Zwecke ins Auge fallen, so für Geburtenzuschuß, Badekurenzuschuß, Zuwendungen bei Not und Hilfsbedürftigkeit, Geschenke bei grünen, silbernen und goldenen Hochzeiten, Mittel für Hausfrauennachmittage, Weihnachtsfeiern und dergleichen mehr.
Besonders wurde ferner darauf geachtet, würdige Bergmannstrachten, Lampen usw. anzuschaffen, damit der Verein bei öffentlichen Anlässen auch entsprechend zu repräsentieren vermochte. Fortan wurde weiterhin fast jedes Jahr eine große Sommerfahrt für alle Mitglieder und deren Familienanhang organisiert, jeweils mit wechselnden Zielen, so zu Rhein, zur Mosel, ins Sauerland, Lipperland Hessenland, in den norddeutschen Raum und so fort Dem Bund der Berg- und Knappenvereine von Nordrhein-Westfalen, der im November 1964 in Wanne-Eickel gegründet wurde, trat auch der Bergmannsverein „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick bei. Ursprünglich war festgelegt worden, dass keine Beiträge für diese Dachorganisation geleistet werden sollten. Als dann aber 1970 doch Beiträge beschlossen wurden, ohne daß bei der Anzahl der Delegierten ein Unterschied wegen der Mitgliederstärke zu erwarten war, trat der heimische Verein aus. Seitdem wurde vorwiegend Kameradschaftspflege vornehmlich in der Gruppe Münsterland betrieben, die bis dahin als 8. Bezirk im Landesverband Nordrhein-Westfalen galt, mit je zwei Vereinen aus Oer-Erkenschwick und Datteln sowie weiteren aus Haltern, Hervest-Dorsten und Coesfeld-Lette. In diesem Kreise unterstützte man sich Gegenseitig bei vielen Feiern, vor allem zu Stiftungsfesten und im Karneval.
Nachdem Franz Lang 14 Jahre an der Spitze des Bergmannsvereins „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick gestanden hatte, sah er sich 1971 aus gesundheitlichen Gründen zum Rücktritt gezwungen. Sein Nachfolger als 1.Vorsitzender wurde dessen langjähriger Stellvertreter Lothar Uecker, und zwar durch einstimmige Wahl. Uecker hatte zum Zeitpunkt seiner Wahl zum Vorstandsvorsitzenden schon 20 Jahre in der Leitung mitgearbeitet. Zuvor, nämlich 1968, waren mehrere besondere Höhepunkte zu verzeichnen gewesen, so die Teilnahme am 10jährigen Freundschaftstreffen in St. Lonard La Calamine / Belgien und die Beteiligung am 2. Deutschen Bergmannstag in Goslar. In jenem Jahr war überdies nach dem Tod von Anton Welsch, eines bewährten Funktionärs, Heinz Schäfer zum neuen Geschäftsführer gewählt worden, der in dieser Funktion bis zum 80jährigen Bestehen geblieben ist. Bei der Fahrt zum 2. Deutschen Bergmannstag nach Goslar hatte man zunächst die Absicht gehabt, in Wohnheimen der Salzgitter AG zu übernachten. Da aber der Erzbergbau bereits sein Wohnheim aufgelöst hatte und im Wohnheim der Hütte alle Zimmer belegt waren, blieben lediglich Bundeswehreinrichtungen als günstige Unterkünfte zur Verfügung. Der Bergmannstag in Goslar, wo Erzbergbau schon im frühen Mittelalter betrieben wurde und wo sächsische und salische Kaiser gern geweilt hatten, wurde für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Ein großes Echo über den örtlichen Bereich hinaus fand die 70-Jahr-Feier, die unter der Regie von Lothar Uecker zu einem Volksfest für die gesamte Bevölkerung von Oer-Erkenschwick gestaltet wurde. Am ersten Festtag wurde mit einer großen Modenschau in der Stadthalle aufgewartet, am Tag danach mit einer glänzenden Jubiläumsveranstaltung an derselben Stelle, wo Künstler von Funk und Fernsehen begeisterten. Hans Holobar, Arbeitsdirektor im Vorstand der Bergbau-AG Herne/Recklinghausen, der schon etliche Jahre zuvor die Schirmherrschaft über den Verein „Glück-Auf" übernommen hatte, wünschte in seinem Grußwort, daß die Kameradschaft und gegenseitige Hilfe, die ihn von Anfang an so sehr beeindruckt hatte, auch weiterhin zu aller Nutzen hochgehalten werden möge.
Im gleichen Jahre beteiligten sich Männer von „Glück-Auf' Oer-Erkenschwick an einer Fahrt nach Halluin, der französischen Partnerstadt von Oer-Erkenschwick. Im Festzug durch die Straßen der Partnerstadt bezeugten die in Uniform mitmarschierenden Knappen weithin sichtbar die Tradition des Ruhrbergbaus.
Auch an einer Kirchschicht in der Marler Martin-Luther-Kirche waren die Trachtenträger vom Stimberg neben zahlreichen anderen Bergknappen beteiligt, später auch öfter noch anderswo an großen traditionellen Bergmannsgottesdiensten. Unter den Ehrengästen zum 40jährigen Dienstjubiläum des Schirmherrn Bergwerksdirektor Hans Holobar war ebenfalls eine Abordnung des Vereins „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick zugegen. Spalier stand im Oktober 1977 eine weitere Abordnung des Vereins beim ersten Spatenstich zur Abteufung des neuen Schachtes „An der Haard I", der damals als Jahrhundertwerk für den Bergbau bezeichnet wurde. Von 1978 an wurde der Vorstand nicht mehr alljährlich gewählt, sondern jeweils für zwei Jahre. Aus dem Geschäftsbericht jenes Jahres war zu ersehen, daß die Sterbekasse, die alle Mitglieder und deren Ehefrauen erfasst, insgesamt 1417 Versicherte zählte. Bei Gesamteinnahmen in Höhe von 36 000 DM wurden 32 000 DM an Ausgaben veranschlagt, so daß knapp 4 000 DM als Kassenbestand und zur Bildung neuer Betriebsmittel verblieben. Bei der Mitgestaltung des Stadtjubiläums — Oer-Erkenschwick besaß 1978 seit 25 Jahren die Stadtrechte — war der heimische Bergmannsverein „Glück-Auf" besonders rührig. Er wartete mit Großveranstaltungen in einem Riesenzelt auf, das für drei Tage aufgebaut worden war. In Zusammenarbeit mit dem Stadtsportverband wurde eine eindrucksvolle Feier im Stimbergstadion abgehalten, in deren Verlauf Bürgermeister Heinz Netta MdL die neue Fahne des Vereins übergab. Das neue Wahrzeichen zeigt in der Mitte des fransengesäumten Tuches die Embleme des Bergbaus, nämlich Schlägel und Eisen mit der Grubenlampe, eingefasst vom Namen des Vereins, und darüber, im oberen Winkel, das Wappen der Stadt Oer-Erkenschwick.
Im Jahre 1978 hatte der Bergmannsverein „Glück-Auf" bei sechs Veranstaltungen mehr als 3 600 Besucher: Karneval 420, Zeltfest zur 25-Jahr-Feier der Stadt 1 200, Ausflug nach Cloppenburg 200, Fahnenübergabe im Stadion 1 000, Barbara- und Jubilarfeier 265, Weihnachtsfeier für Kinder mit Eltern 515. Die Rücklagen in der Versicherungskasse stiegen auf über 100.000 DM an.
An der Feier zur 10jährigen Partnerschaft zwischen Oer-Erkenschwick und Halluin, die in der französischen Partnerstadt zum Frühsommer 1979 fällig war, nahm wiederum eine Fahnenabordnung des Bergmannsvereins „Glück-Auf" teil. Im selben Jahre wurde eine ungewöhnlich große Zahl älterer Mitglieder am Geburtstag besucht und entsprechend bedacht: 21, die 80 Jahre alt oder älter waren, ein Dutzend 75jährige und 20, die mindestens 70 Jahre alt waren. Am 10. November 1979 wurde eine Bezirkstagung der Bergmanns- und Knappenvereine — Bezirk Münsterland — in Oer-Erkenschwick ausgerichtet.
Die 75-Jahr-Feier des Vereins im Jahre 1981. Vorsitzender Lothar Uecker hatte in einem Geleitwort darauf verwiesen, daß „Glück-Auf" mit seinerzeit 890 Mitgliedern nach wie vor zu den größten Vereinen dieser Art in der Bundesrepublik zähle. Bürgermeister Heinz Netta dankte im Namen des Rates und der Verwaltung dem Vorstand und allen Aktiven des Vereins für die vielen Stunden, die sie für den Verein und den Nächsten opfern. Wieder einmal war ein großes Zelt aufgestellt worden, in dem nach einem Marsch durch die Stadt mit Kranzniederlegung am Grabe des Mitbegründers und einstigen Ehrenvorsitzenden Georg Siering ein buntes Programm abrollte. Tags darauf war Jubilarehrung und Empfang der auswärtigen Vereine. Am dritten Tage folgte wieder einmal der beliebte Hausfrauennachmittag mit einer gut gestalteten Modenschau. Ein bitterer Wermutstropfen war es ausgerechnet im Jubiläumsjahr, daß schon etliche Wochen vor den Feierlichkeiten Franz Lang verstarb, der große Pionier des Aufbaus und nach seinem Rücktritt zum Ehrenvorsitzenden gewählt, der zweite Mann in diesem Amt nach Georg Siering. Der Verein hatte ihn mit gebührenden Ehren zu Grabe getragen.
Die 25. gemeinsame Barbarafeier mit der KAB Christus-König im Dezember 1981 wurde in einer besonderen Zusammenkunft nach der Messe im Pfarrheim gewürdigt. Vorsitzender Lothar Uecker erhielt dabei eine von Pfarrer Küper geweihte Kohle-Statue der hl. Barbara, seit altersher die Schutzpatronin der Bergleute.
1982 kandidierte Uecker wegen seines geschwächten Gesundheitszustandes nicht mehr für den Rang des Vorsitzenden. Immerhin war er bis dahin 32 Jahre im Vorstand tätig gewesen. Zu seinem Nachfolger wurde Rudolf Schneider gewählt, der bis dahin Hauptkassierer war. Lothar Uecker wurde an Stelle des verstorbenen Franz Lang einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Es kennzeichnet seine Verdienste auch außerhalb des Vereins, daß ihm am 17. Dezember 1979 für 15jährige Tätigkeit als Stadtvertreter bereits der goldene Ehrenring der Stadt Oer-Erkenschwick verliehen worden war. Sein Hauptmitarbeiter im Verein, der langjährige Geschäftsführer Heinz Schäfer, hatte bereits 1974 das Bundesverdienstkreuz erhalten, vornehmlich aus sozialen Gründen und zwar in Würdigung seiner vielfältigen ehrenamtlichen Hilfstätigkeit für die Kriegs- und Arbeitsopfer. Zur Vollendung seines 70. Lebensjahres, am 18. Juli 1983, dankte der Verein Heinz Schäfer noch besonders herzlich durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick.
Ehrensache war es außerdem für den Verein, am 10. Juni 1983, bei der Einweihung des neuen Schachtes „An der Haard I", der im Zuge der Nordwanderung des Bergbaus in sechsjähriger Dauer abgeteuft worden ist, mit einer starken Abordnung dabei zu sein. Vor Eröffnung des Schachtes war ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten worden, den Bischof Dr. Reinhard Lettmann aus Münster und Präses Dr, Heinrich Reiss von der Ev. Kirche Westfalen gestalteten. Zu Ende des Jahres 1984 schied Arbeitsdirektor Hans Holobar aus dem Vorstand der Bergbau-AG Lippe aus, um in den Ruhestand zu treten. Daraufhin gab er auch die Schirmherrschaft über den Verein „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick ab. Neuer Schirmherr wurde an seiner Stelle Hermann Siewers, Grubenbetriebsführer des Bergwerks „Haard", ehemals „EwaldFortsetzung". Bislang hat der Verein allen Anlass, ihm genau so viel Vertrauen wie dem Vorgänger entgegenzubringen. Rudolf Schneider, viel Einsicht für veränderte Zeitverhältnisse aufbringend, beweist außerdem einen klaren Sinn für Tradition. Er sorgte dafür, daß man im Vorjahr, als der Bergmanns-Unterstützungsverein Herne-Sodingen sein 100jähriges Bestehen zu begehen gedachte, wieder Verbindung zu diesem Verein aufnahm, aus dem die meisten Gründungsmitglieder von „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick gekommen waren.
Groß war daher die Freude auf beiden Seiten, als die Erkenschwicker 1985 im Festzug zum „100jährigen" der Sodinger Kameraden mitmarschierten. Vor allem Lothar Uecker und Heinz Schäfer, die solange maßgeblich im Vorstand des Bergmannsvereins „Glück-Auf' standen, waren noch vielen Freunden aus dem Sodinger Verein bestens bekannt.
Im Gegenzug werden darum die Sodinger mit vielen anderen Bergmanns- und Knappenvereinen beim 80jährigen Bestehen von „Glück-Auf" Oer-Erkenschwick erscheinen. Dem Verein Herne-Sodingen ist ein Spielmannszug angegliedert, der während der Festtage am 5./6. Juli hier mit aufspielen wird. Natürlich werden auch andere Kapellen zugegen sein. Über den gesamten Ablauf mit vielen Höhepunkten gibt die Programmfolge in diesem Festheft genauen Aufschluss. Im Jubiläumsjahr 1986 wird der Bergmannsverein „Glück-Auf“ e.V. Oer-Erkenschwick von folgenden Kameraden geführt:
1.Vorsitzender: Rudolf Schneider
2.Vorsitzender: Helmut Tylinski
Geschäftsführer: Heinz Schäfer
1.Hauptkassierer: Werner Melzow
2.Hauptkassierer: Franz-Josef Krys
Ehrenvorsitzender: Lothar Uecker
Beisitzer und Trachtenwart: Heinz Ottschick
Beisitzer: Artur Hilse, Horst Vergin, Herbert Weßelbaum, Günter Lukas, Helmut Kalisch, Dieter Neubert, Heinz Lösbrock, Andre Rose und Josef Pakularz
Hauskassiererin: Inge Uecker
Hauskassierer: Paul Bojahra
Schirmherr Grubenbetriebsführer: Hermann Sievers
Kassenprüfer: Karl Fleischmann, Udo Klingenburg und Norbert Dunke
Trachtenträger: Karl Palmetzhofer, Detlef Wojtys, Franz Gabler, Kurt Strangfeld und Horst Seeling jun.
Die ersten eigenen Vereinsnadeln wurden angeschafft. Für besondere Angelegenheiten sogar mit silbernen oder mit goldenem Lorbeerkranz. Die ersten Kameraden, denen diese Ehrung zuteil wurde, sind für Verdienste um den Verein am 5.Juli 1986 zu unserem 80jährigen Jubiläum geehrt worden. Es waren unser Bürgermeister Heinz Netta, der Herausgeber der Chronik Rudolf Colneric, der Ehrenvorsitzende Lothar Uecker, der 1.Vorsitzende Rudolf Schneider und der Geschäftsführer Heinz Schäfer. Die silberne Vereinsnadel bekam unser 2.Vorsitzender Helmut Tylinski und der 1.Kassierer Werner Melzow. Am 8.März 1987 bekam auch das Mitglied Ernst Saland. Das goldene Vereinsabzeichen für besondere Verdienste um den Bergmannsverein und als Zeichen der Dankbarkeit für großzügige Spenden.
Nun wurde es zur Aufgabe des jeweiligen Vorsitzenden, darauf zu achten, dass die Chronik immer weitergeführt wird. So ist in dem Zeitraum von 1986 bis zum 85jährigen Jubiläum am 1.Juni 1991 zu berichten, dass es dem Bergbau sehr schlecht ging: Es wurden Feierschichten eingelegt, Zechen wurden geschlossen, die Kohlenförderung wurde gedrosselt und sehr viele Arbeitsplätze gingen verloren.
Die Aktivitäten des Vereins wurden aber beibehalten. So wurde jedes Jahr der Ausmarsch am 1.Mai mitgemacht. Das Familienfest, das hauptsächlich für Kinder unserer Mitglieder gedacht ist, wurde durchgeführt. Am Muttertag wurden 200 bis 250 Witwen unserer verstorbenen Mitglieder mit einer Flasche Wein und einer Topfblume bedacht. Es wurden Hausfrauennachmittage mit einer Modenschau oder einem bunten Programm durchgeführt. Auch unser jährlicher Ausflug nahm immer einen besonderen Platz ein. Am Volkstrauertag wurde immer eine größere Abordnung mit einem Fahnenkommando gestellt. Und nicht zuletzt wurden ca.200 bis 250 Kinder bei einer Weihnachtsfeier mit einer großen Tüte bedacht. Noch berücksichtigt werden sollten die vielen Jubiläen in der Ringgemeinschaft Münsterland, die der Bergmannsverein „Glück-Auf“ besucht und mitgestaltet hat. Auch wird in der Ringgemeinschaft jedes Jahr ein ökumenischer Bergmannsgottesdienst abgehalten, mit anschließendem gemütlichen Beisammensein.
Auch wird jedes Jahr an unsere Jubilare gedacht. Diese Feier beginnt mit einem guten Abendessen, anschließend werden die Jubilare mit einer Urkunde, einem Geschenk und einem Blumenstrauß für ihre Frauen bedacht. Besonders stolz war der Bergmannsverein auf seinen Geschäftsführer Heinz Schäfer, der am 14.November 1986 vom Arbeits- & Sozialminister Herrn Hermann Heinemann mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde. Weitere Ehrungen folgten. Am 16.Dezember 1988 bekam Heinz Schäfer den goldenen Ehrenring der Stadt Oer-Erkenschwick. Am 11.März 1989 wählte man Heinz Schäfer zum Bürger des Jahres der Stadt Oer-Erkenschwick. Diese Ehrungen wurden ihm für seine Sozialarbeit verliehen, die er natürlich alle ehrenamtlich ausrichtete.
Auf der Jahreshauptversammlung, am 7.Februar 1988, wurde einstimmig beschlossen, dass die Frau eines verstorbenen Mitgliedes, die Jahre, die ihr Mann im Verein war, angerechnet bekommt.
Auf der Jahreshauptversammlung, am 4.März 1990, wurde der geschäftsführende Vorstand durch Neuwahlen verändert. Der Geschäftsführer Heinz Schäfer stellte sein Amt , das er 24 Jahre ausübte, für den jüngeren Kameraden Volker Seemann zur Verfügung. Heinz Schäfer übernahm die Sozialbetreuung. Auch der 1. Kassierer, Werner Melzow übergab sein Amt an Klaus Idkowiak. Der neue geschäftsführende Vorstand stellte sich folgendermaßen zusammen:
1.Vorsitzender: Rudolf Schneider
2.Vorsitzender: Helmut Tylinski
Geschäftsführer: Volker Seemann
1.Kassierer: Klaus Idkowiak
Neuer Schirmherr wurde der Personal- & Sozialdirektor des Bergwerk Haard, Herr Manfred Köppler. Er löste der Grubenbetriebsführer Hermann Sievers ab, der in den wohlverdienten Ruhestand ging.
Auf einer Vorstandssitzung am 10.November 1990 wurde beschlossen, eine neue Fahne zum 85jähigen Bestehen anzuschaffen. Die Fahne von 1906 soll in einer Folie eingeschweißt werden, die Fahne von Schlägel & Eisen soll restauriert werden. Beide Fahnen sollen für unsere Nachkommen im Sitzungssaal verwahrt werden. Die Fahne von 1975 soll für Beerdigungen gebraucht werden. Diese Arbeiten an den beiden Fahnen und eine neue Fahne soll nach dem Kostenvoranschlag der Firma Kreisel aus Karlsruhe auf 7.800 DM kommen.
Nach anschreiben folgender Institute: BAG Lippe in Herne, Volksbank eG Oer-Erkenschwick, Kreissparkasse Oer-Erkenschwick und der Stadt Oer-Erkenschwick, ist eine Summe von 6.000 DM zusammen gekommen, sodass der Verein noch 1.800 DM aufbringen musste. Als es mit der Finanzierung klar war, wurde der Auftrag an die Firma Kreisel vergeben. Diese Arbeiten sind zur vollsten Zufriedenheit des Vorstandes ausgeführt worden. So kann die neue Fahne am 1.Juni 1991 zum 85jährigen Jubiläum eingeweiht werden. Nach der Einweihung bei einem ökumenischen Bergmannsgottesdienst, fand ein Umzug in Klein-Erkenschwick statt. Anschließend ist in der Stimberghalle die Jubiläumsfeier durchgeführt worden. Mit einem tollen Programm und einer guten Kapelle ist das 85jährige Bestehen des Bergmannsvereins „Glück-Auf“ e.V. OerErkenschwick am 1.Juni 1991 gefeiert worden.
Das Festprogramm am 1.Juni 1991 im Einzelnen:
- 17.00 Uhr Ökumenischer Bergmannsgottesdienst
- 18.00 Uhr Festumzug durch Oer-Erkenschwick
- 19.30 Uhr Beginn der Veranstaltung mit Grußworten der befreundeten Vereine
- 20.00 Uhr Buntes Programm: Showmaster und Entertainer Dieter Felke führt durchs Programm, Franzl Waigel singt mit seinen bayerischen Löwen Stimmenimitator, Steve Harris sorgt für Lacher. Die Funny Ladies bieten ihre Travestierevue vom Feinsten,
Im Jubiläumsjahr 1991 wird der Bergmannsverein „Glück-Auf“ e.V. Oer-Erkenschwick von folgenden Kameraden geführt:
1.Vorsitzender | Rudolf Schneider
2.Vorsitzender | Helmut Tylinski
Geschäftsführer | Volker Seemann
1.Hauptkassierer | Klaus Idkowiak
1.Schriftführer | Siegfried Bergmeier
2.Schriftführer | Paul Bojahra
2.Hauptkassierer | Werner Melzow Schirmherr
P&S Direktor | Manfred Köppler
Ehrenvorsitzender | Lothar Uecker
Sozialbeauftragter | Heinz Schäfer
Beisitzer und Trachtenwart | Heinz Ottschick
Beisitzer | Josef Pakularz, Günter Lukas, Helmut Kalisch, Heinz Lösbrock, Franz Gabler, Kurt Strangfeld, Horst Seeling und Martin Ostdorf
Kassenprüfer | Karl Fleischmann, Udo Klingenburg und Norbert Dunke
Hauskassierer | Inge Uecker, Gerda Idkowiak und Paul Bojahra
Trachtenträger | Franz-Josef Krys, Herbert Jücker, Dieter Neubert und Norbert Vollerthun
Die Aktivitäten des Vereins sind auch in den folgenden Jahren sehr groß.
Am 3.August 1991 besuchten wir den Knappenverein Heiden-Marbeck zu deren 40jährigen Bestehen, am 7.September 1991 ehrten wir den deutsch-österreichischen Knappenverein Castrop-Rauxel zu deren 80jährigen Jubiläum und am 19.Oktober 1991 führten wir einen ökumenischen Bergmannsgottesdienst in der Christus-König Kirche in Klein-Erkenschwick durch.
Alljährlich feiern wir ein Kinderfest, machen einen Mitgliederausflug, einen Hausfrauennachmittag und eine Jubilarfeier.
Am 1.Mai beteiligen wir uns am Demonstrationszug des Deutschen Gewerkschaftsbundes, wir sind am Volkstrauertag mit einer Fahnenabordnung am Ehrenmal und wir feiern mit der KAB Christus-König die Barbarafeier am 4.Dezember. In den 1990er Jahren hatten wir auch eine gute Verbindung zum Karnevalsverein „Blau-Weiß Am Stimberg“ und nahmen regelmäßig mit großer Abordnung am Prinzenball in der Stadthalle teil.
Am 29.März 1992 wurden die Vorstandsmitglieder erneut in ihren Ämtern bestätigt. Als 1.Vorsitzender fungiert Rudolf Schneider, wie gewohnt. Neuer 2.Vorsitzender ist Heinz Lösbrock, Geschäftsführer bleibt Volker Seemann und Klaus Idkowiak wird als 1.Hauptkassierer bestätigt. Am 10.Oktober 1992 wurde der Tambourkorps Seeadler 40 Jahre alt. Auch da waren wir mit einer Abordnung dabei. Am 31.März 1993 feierte die KAB Christus-König ihr 75jähriges Bestehen. Ebenso die Frauengemeinschaft Christus-König feierte ein Jubiläum. An beiden Veranstaltungen nahmen wir selbstverständlich teil.
Die Ringgemeinschaft beschloss am 13.März 1993, den Kameraden Heinz Schäfer zum Ehrenknappen zu ernennen. Der Kamerad Lothar Uecker wurde als 2.Vorsitzender der Ringgemeinschaft gewählt.
Der allgemeine Knappenverein „Glück Auf“ Datteln wurde am 12.Juni 1993 90 Jahre alt. Dieses Jubiläum wurde mit einem Bergmannsgottesdienst und einem Umzug durch Datteln begangen. Wir waren natürlich mit großer Abordnung dabei. Am 22.Juli 1993, so wie in jedem Jahr, wurde eine Trauerfeier bei den Kameraden des „Bergmanns-Unterstützungs-Verein“ Herne-Sodingen durchgeführt. Es wird alljährlich den Kameraden gedacht, welche am 22.Juli 1965 verunglückten.
Am 27.März 1994 wurde auf der Jahreshauptversammlung ein neuer geschäftsführender Vorstand gewählt. Der 1.Vorsitzende Rudolf Schneider trat aus Altersgründen zurück und der Geschäftsführer Volker Seemann gab sein Amt an den Kameraden Aigensberger ab, um sich selbst als Beisitzer im neuen Vorstand wählen zu lassen. Volker Seemann war als Betriebsrat des Bergwerkes Haard und als Stadtvertreter im Rat der Stadt Oer-Erkenschwick nicht auch noch in der Lage, das zeitaufwendige Amt des Geschäftsführers weiter auszuüben.
Neuer 1. Vorsitzender wurde der Kamerad Martin Ostdorf, auch er war Betriebsrat des Bergwerkes Haard. Ebenfalls neuer 2.Vorsitzender wurde Günter Lukas. Als neuer Geschäftsführer wurde Dieter Aigensberger gewählt. Einzig und allein Klaus Idkowiak verblieb als alter und neuer 1.Hauptkassierer dem Vorstand.
Kamerad Rudolf Schneider wurde zum Ehrenmitglied ernannt und übernahm das Amt des Sozialbetreuers.
Nach der Jahreshauptversammlung nahm der neue Vorstand des Bergmannsverein „Glück-Auf“ seine Arbeit auf. Zum Muttertag besuchten wir, wie jedes Jahr, die Witwen unserer verstorbenen Vereinsmitglieder, die sich auch durchweg über die überreichten Präsente und Aufmerksamkeiten freuten. Unser Mitgliederausflug am 16.Juli 1994 führte uns zur Landesgartenschau nach Paderborn. Bei herrlichem Wetter konnten sich die Teilnehmer an den Blumen, Pflanzen und den neu gestalteten Anlagen erfreuen. Es war ein Ausflug, den man sicher mal wiederholen könnte.
Unser Hausfrauennachmittag ist mittlerweile schon Tradition. Er war auch in diesem Jahr mal wieder ein Höhepunkt des Jahres. Den 250 Teilnehmerinnen wurde nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch ein tolles Programm geboten. Mit einer Abordnung nahm unser Verein am 22.Juli 1994 beim „Bergmanns-Unterstützungs-Verein“ Herne-Sodingen an der Kranzniederlegung für tödlich verunglückte Kameraden teil.
Einen schmerzlichen Verlust hatte unser Verein jedoch auch zu beklagen: Unser langjähriges Vorstandsmitglied Heinz Schäfer verstarb am 6.September 1994 im Alter von 81 Jahren. Er hat mit seinem Einsatz und Engagement diesen Verein über Jahrzehnte mit geprägt und seinen Stempel aufgedrückt.
850 Jahre Oer hieß es am 11.September 1994. Nicht nur hier waren wir mit “starken“ Vertretungen anwesend. Auch am 24.September 1994 fuhren wir zum 40jährigen Bestehen des „Bergknappenverein“ Haltern in die Nachbarstadt. Am 12.November 1994 ehrten wir unsere Jubilare und verbrachten aus diesem Anlass im Steakhaus am Hünenplatz mit allen Beteiligten einige schöne Stunden. Am Ende eines Jahres steht das Weihnachtsfest. Wie in jedem Jahr, so auch diesmal, organisierten wir für die Kinder unserer Mitglieder eine Nikolausfeier. Mit ein Höhepunkt dieser Feier war natürlich zum einen der Einzug des Nikolaus und zum anderen die Lieder der Kinder. Im Anschluss an das Programm wurden die prallgefüllten Nikolaustüten verteilt.
Schon sehr früh im Jahr 1995 setzte die Planung für die 90 Jahrfeier ein. Als Termin wurde der 15.06.1996 festgelegt. Von diesem Tag an traf sich der eigens dafür eingerichtete Festausschuss regelmäßig. Zu seinen Aufgaben gehörte u.a. die Erstellung eines Festprogramms sowie die Ausarbeitung eines entsprechenden Rahmenprogramms.
Die Einbeziehung der Jubilarfeier 1996 in das Rahmenprogramm der 90 Jahrfeier musste aus organisatorischen Gründen verworfen werden.
Im Jahr 1995 hatte der Bergmannsverein „Glück-Auf“ sich wieder einmal viel vorgenommen:
So begann das Jahr 1995 mit der Karnevalsveranstaltung der KG Blau-Weiß am Stimberg. Zu dieser Veranstaltung konnten unsere Mitglieder verbilligte Karten erwerben. An diesem Beispiel zeigt sich sehr gut, dass unser Verein sich mittlerweile gut in das Kulturprogramm dieser Stadt einbringt und durch seine Veranstaltungen das Angebot erweitert.
So führten wir wieder auf dem Hünenplatz ein großes Kinder- & Familienfest durch. Diese, für uns bisher größte Veranstaltung zeigte uns aber auch die Grenzen auf. Über 2000 teilnehmervergnügten sich von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr bei Kaffee und Kuchen, Wurst und Bier. Und auch die Kinder kamen voll auf ihre Kosten ! Hüpfburg, Gesichter bemalen, Pferdekutsche und Bimmelbahn sind nur ein kleiner Auszug aus dem bunten Programm. Für einen Verein dieser Größe ist es natürlich auch wichtig, sich ständig zu bemühen, neue Mitglieder zu gewinnen. Auch dieses Ziel wurde 1995 umgesetzt. Zwei „neue“ Kameraden, Fritz Buresch und Bodo Möbus brachten sich hervorragend in die Vorstandsarbeit ein.
Am 17.6.1995 fuhren wir mit zwei Bussen ins Westfälische Freilichtmuseum nach Hagen. Dieser schöne Tag endete gegen 22.00 Uhr bei Musik und Getränken in der Stimberghalle. Am 22.7.1995 fand die Gedenkfeier zu Ehren tödlich verunglückter Kameraden statt. Wir waren, wie jedes Jahr dabei.
Am 30.9.1995 nahmen wir am Bergmannsgottesdienst auf dem Annaberg in Haltern teil. Am 28.10.1995 beteiligten wir uns mit einer Fahnenabordnung am Herbstfest der Ringgemeinschaft im Halterner Seehof. Weitere Veranstaltungen in 1995 waren: die Jubilarfeier, der Hausfrauennachmittag, der Muttertag und die Weihnachtsfeier für unsere Kinder der Mitglieder.
Bei den Vorstandswahlen im März 1996 gab es keine Änderungen. 1. Vorsitzender bleibt Martin Ostdorf, 2. Vorsitzender ist erneut Günter Lukas, Geschäftsführer bleibt Dieter Aigensberger und Hauptkassierer, Klaus Idkowiak, 1.Schriftführer: Siegfried Bergmeier, 2.Schriftführer: Horst Seeling, Sozialbeauftragter: Rudolf Schneider, Beisitzer: Heinz Ottschick, Franz Idkowiak, Josef Pakularz, Kurt Strangfeld, Franz Gabler, Volker Seemann, Fritz Buresch, Werner Melzow, Bodo Möbus. Kassenprüfer sind: Karl Fleischmann, Norbert Dunke und Udo Klingenburg. Trachtenträger: Heinz Lösbrock, Helmut Kalisch und Ferdinand Struck. Hauskassierer: Inge Uecker, Anni Ostdorf, Kurt Strangfeld und Rudolf Schneider. Schirmherr bleibt Manfred Köppler, P6S Direktor Bergwerk Blumenthal/Haard. Ehrenvorsitzender ist Lothar Uecker.
Die Planung und die Durchführung für die 90 Jahrfeier am 15. Juni nahm alle Vorstandsmitglieder in die besondere Pflicht. Um so schöner wurde der Festtag. Beginnend mit einem ökumenischen Gottesdienst und anschließendem Festumzug durch Klein-Erkenschwick begann dann der Festabend in der Stimberghalle, die damals noch Mehrzweckhalle hieß. Durch das Programm führte ein Humoristikduo Namens Volker und Gerd. Als Sänger traten Michael Larsen und Gabi Baginski auf. Die Band Cooltours sorgte für reichlich Tanzmusik. Die 90 Jahrfeier sollte noch lange in positiver Erinnerung bleiben.
Neuer Schirmherr wird der Personal-& Sozialdirektor des Verbundbergwerks Blumenthal/HAARD Herr Bernd Zwingmann.
Nach längerer Zeit wird wieder eine Modenschau für unsere Mitgliederfrauen in der Stadthalle durchgeführt. Mit der Ringgemeinschaft wird in Haltern ein gemeinsames Sommerfest durchgeführt.
Bei der Mitgliederversammlung in 2000 wurde u.a. eine Sterbegelderhöhung von 450,-DM auf 550,-DM beschlossen.
2001 wird Bürgermeister Clemens Peick neuer Schirmherr des Vereins. Erste gemeinsame Sitzungen mit dem Bruderverein Bergmannsglück werden durchgeführt.
2002 stirbt völlig unerwartet unser langjähriger 1.Hauptkassierer Klaus Idkowiak und hinterlässt zunächst eine große Lücke. Es dauert zunächst ein paar Monate, bis Ferdinand Struck sich bereit erklärt das Amt des 1. Kassierers auszuüben.
Nach langen Jahren der aktiven Mitarbeit im Verein, zunächst als Schirmherr und später dann als Beisitzer verlässt Manfred Köppler den Vorstand und die Stadt Oer-Erkenschwick in Richtung alter Heimat Lünen. Der Verein bedankt sich ausdrücklich für die sehr gute Zusammenarbeit.
Die Kameraden Günter Lukas, Franz Idkowiak, Fritz Buresch Helmut Ostdorf und Dietmar Seemann richten über der Schmiede des Bergbau-& Geschichtsverein einen neuen Versammlungsraum für die zukünftige Vorstandsarbeit ein.
2006 feiern beide Oer-Erkenschwicker Bergmannsvereine gemeinsam ihr 100, bzw. 50 jähriges Bestehen auf dem Gelände des Bergbau-& Geschichtsvereins unter großer Beteiligung der Bevölkerung.
Letztmalig wählt die Mitgliederversammlung des Bergmannsverein „Glück-Auf“ Oer-Erkenschwick einen Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzt:
1.Vorsitzender: | Martin Ostdorf
2.Vorsitzende: | Günter Lukas
Geschäftsführer: | Dieter Aigensberger
1. Hauptkassierer: | Ferdinand Struck
2. Hauptkassierer: | Norbert Vollerthun
1.Schriftführer: | Horst Seeling
2.Schriftführer: | Friedrich Buresch
Sozialwart: | Uwe Schink
Beisitzer: | Josef Pakularz, Franz Idkowiak, Heinz Lösbrock, Bodo Möbus und Dietmar Seemann.
Kassenprüfer: | Norbert Dunke, Willi Mackrodt und Udo Klingenburg.
Hauskassierer: | Inge Uecker und Anni Ostdorf.
Zusammenschluss der Bergmannsvereine „Glück-Auf“ Oer-Erkenschwick und „Bergmannsglück“ Oer-Erkenschwick zum Bergmannsverein „Glück-Auf“ Oer-Erkenschwick e.V. Zusammenführung der beiden separaten Sterbekassen mit einer Übergangsfrist von einem Jahr zur neuen Sterbekasse des neuen Bergmannsvereins unter Beteiligung der Bezirksregierung in Münster.
Bergmannsverein „Glück-Auf“
Oer-Erkenschwick und Umgebung e.V.
von 2008 bis heute
In 2008 findet die Zusammenführung der Bergmannsvereine „Glück-Auf“ und „Bergmannsglück“ zum neuen Verein „GlückAuf“ Oer-Erkenschwick e.V. unter Beteiligung der Zusage auch der Bezirksregierung aus Münster hinsichtlich der zusammen zuführenden Sterbekassen statt.
Beide Vereine bündelten bereits seit einigen Jahren ihre Aktivitäten und somit war das nur die logische Konsequenz, auch im Hinblick auf die Mitgliederstruktur. Hier ist aufgrund des Zechensterbens nicht mehr mit neuen Mitgliedern zu rechnen, die den heutigen Mitgliederbestand verjüngen könnten.
Der komplette Vorstand des „neuen“ Bergmannsverein Glück-Auf Oer-Erkenschwick in 2008:
Geschäftsführender Vorstand
Nach nur einjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer verstirbt der Kamerad Dietmar Seemann im Alter von 63 Jahren. Seine Nachfolge tritt Mike Jetten an.
Bei den Vorstandswahlen 2012 bleibt Wolfgang Nilius 1.Vorsitzender. Neuer 2.Kassierer wird Martin Nowak. Helmut Vollerthun übernimmt das Sozialbetreueramt von Uwe Schink, der sein Stellvertreter wird. Neu in den Vorstand wird auch wieder Volker Seemann als Beisitzer gewählt.
2014 gibt es abermalige Veränderungen: Klaus Terheyden wird neuer 2.Vorsitzender für Martin Ostdorf, der seine neuen Aufgaben als Beisitzer wahrnehmen möchte. Martin Ostdorf führte den „alten“ Glück-Auf von 1994 bis 2008 als deren 1.Vorsitzender. Von 2008 bis 2014 führte er den „neuen“ Glück-Auf als deren 2.Vorsitzender. Der Bergmannsverein „Glück-Auf“ Oer-Erkenschwick und die Kumpel auf den Zechen sind stolz auf seine zurückliegenden Tätigkeiten im Vorstand beider Bergmannsvereine.
In 2015 verstirbt unser langjähriger 1.Schriftführer Horst Seeling. Horst war bekannt für seine akribische und genaue Protokollwiedergabe. Aber Horst war auch unser Nikolaus bei den immer mit über 100 Kindern gut gefüllten Festsälen zur Weihnachtsfeier des Bergmannsverein. In diese Lücke stoßen nun Friedrich Buresch als neuer 1.Schriftführer und Werner Nilius u.a. auch als Nikolaus bei den Weihnachtsfeiern. Das Angebot des Bergmannsverein „Glück-Auf“ e.V. Oer-Erkenschwick ist wie in den besten Jahren immer noch sehr vielfältig. So gehören immer noch der Mitgliederausflug, der Kinder-& Familienausflug, die Jubilarehrung, der Hausfrauen-Nachmittag, die Barbarafeier mit der KAB, die Kranzniederlegung am Volkstrauertag, die Betreuung der Weiblichen Mitglieder am Muttertag und die Nikolausfeier zu den Höhepunkten der Vereinsarbeit auch über das Jahr 2016 hinaus.

Bei der Mitgliederversammlung in 2018 wechselt der Vorstand.
Der Wachwechsel an der Spitze des Bergmannsvereins „Glück Auf“ ist vollzogen. Klaus Terheyden tritt die Nachfolge von Wolfgang Nilius an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.
Seit 26 Jahren gehörte Terheyden bereits dem Vereinsvorstand in diversen Funktionen an. Und genauso lange führte Nilius den Bergmannsverein Bergmannsglück und nach der Fusion den Verein „Glück Auf“. „Ich freue mich auf die Herausforderungen der Zukunft“, sagte Terheyden nach seiner einstimmigen Wahl während der Jahreshauptversammlung im IGBCE-Jugendtreff am „Ziegeleitor“.
Und Herausforderungen gibt es eine ganze Menge. Davon kann der wiedergewählte Hauptkassierer Ferdinand Struck eine Menge berichten. Er verwaltet nicht nur die Vereinskasse der insgesamt 798 Mitglieder, sondern auch die mit knapp 200.000 Euro bestückte Sterbekasse des Vereins. „Und hier zwingen uns neue Ministererlasse aus Düsseldorf und die Bezirksregierung in Münster zu einer Reihe von Satzungsänderungen“, erläuterte Struck.
Er musste den Mitgliedern auch eine Beitragserhöhung „schmackhaft“ machen. Alleinstehende Mitglieder zahlen künftig 36 statt zuvor 30 Euro im Jahr. Und der Beitrag für verheiratete Mitglieder beträgt nun 42 statt zuvor 36 Euro. „In den 30 Jahren zuvor hat es allerdings keine Beitragsanhebungen gegeben. Deshalb ist die Erhöhung vertretbar, denn wir wollen schließlich auch in Zukunft handlungsfähig bleiben“, erläuterte der Hauptkassierer. Die Mitglieder folgten seinen Änderungsanträgen jeweils ohne eine Gegenstimme.
Einstimmig gingen auch die weiteren Wahlen über die Bühne. Neuer 2. Vorsitzender ist Mike Jetten, als Geschäftsführer rückt Patrick Seemann nach. 2. Kassierer ist Benjamin Kaspereit und als Schriftführer fungieren Thomas Lippert und Michael Seemann. Sozialbetreuer ist Helmut Vollerthun. Beisitzer sind Werner Nilius, Lothar Briks, Fritz Buresch, Franz Idkowiak, Heinz Lösbrock, Günter Lukas, Wolfgang Nilius, Mirko Nowak, Volker Seemann, Norbert Vollerthun, Peter Zibell und Frank Schroer. Als neue Revisoren fungieren in Zukunft Dieter Trapp, Carsten Wach und Michael Roche.
Das Vorstandsteam des Bergmannsvereins in 2019: (v.l.) Mike Jetten, Patrick Seemann, Thomas Lippert, Frank Schroer, Volker Seemann, Fritz Buresch, Klaus Terheyden, Benjamin Kaspereit, Ferdi Struck und Norbert Vollerthun.
Auch wenn der Steinkohle-Bergbau in Deutschland jetzt Geschichte ist, die Erinnerung lebt weiter. Unter anderem zeichnet der Bergmannsverein „Glück Auf“ dafür verantwortlich. Während der Jahreshauptversammlung verkündete Vorsitzender Klaus Terheyden daher einen wichtigen Termin, der „Tag des Bergmanns“ soll nun künftig jährlicher Bestandteil der Vereinsarbeit werden und die Menschen zusammenführen.
"Wir werden mit allen weiteren Vereinen, die sich dem Bergbau verschrieben haben, ein Familienfest feiern“, sagte Terheyden. Mit im Boot sind neben „Glück Auf“ auch der Bergbau- und Geschichtsverein, die IGBCE-Ortsgruppe Oer-Erkenschwick und der Förderverein zum Erhalt des Schachtgerüstes III.